Mit 210.000 ha lag die diesjährige Weizenanbaufläche um 10 % über der des Vorjahres (2009: 190.488 ha). Dagegen ging die Getreideanbaufläche 2010 mit ca. 298 Tausend Hektar um 5 % zurück. Der Anbauanteil von Winterweizen hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf 70 % der Getreidefläche ausgedehnt (2009: 60 % der Getreidefläche). Deutlich rückläufig war vor allem der Wintergerstenanbau. Diese Fläche wurde fast komplett von Winterweizen besetzt. Die Ertragserwartungen liegen wegen des schwierigen Jahreswitterungsverlaufes und der auch Ende August noch nicht abgeschlossenen Ernte – es standen zu dieser Zeit noch 20 bis 30 % der Weizenernte draußen – auf bestenfalls durchschnittlichem Niveau.
Im Jahr 2010 stand in Schleswig-Holstein mit knapp 48.000 ha ca. 30 % weniger Wintergerste im Feld als im Anbaujahr 2009 (67.657 ha). Wintergerste nimmt damit noch 16 % der Getreidefläche ein. Die Ertragserwartungen lagen zur Vorernteschätzung Ende Juni, von der langen Vegetationspause des vergangenen Winters und der schwierigen Frühjahrsentwicklung mit eher dünnen Beständen geprägt, im Landesmittel noch bei 81 dt/ha (2009: 84,9 dt/ha), bei einer zu erwartenden Erntemenge von 386 Tausend Tonnen (2009: 574 Tausend Tonnen) ebenfalls um 33 % unter Vorjahr.
Auf einer Anbaufläche von nur noch 22.000 Hektar, die sich gegenüber dem Vorjahr um weitere 7.000 Hektar verringert hat, wurde 2010 Winterroggen angebaut. Der Trend, dass zunehmend Mais zur Biogasgewinnung den Roggenanbau verdrängt, hat wegen der in der Ernte 2009 erzielten niedrigen Erzeugerpreise, bei ausreichendem Mengenangebot weiter zugenommen. Der Roggenertrag liegt für das aktuelle Anbaujahr nach den vorläufigen Angaben des Statistischen Amtes für Hamburg und Schleswig-Holstein bei 57,1 dt/ha, und damit mit über 20 % deutlich unter dem langjährigen Mittel und den Erträgen des Vorjahres (Durchschnitt 2004 bis 2009: 61,1 dt/ha, 2009: 72,2 dt/ha). Die zu erwartende Erntemenge liegt nur bei 125.000 Tonnen, und damit um 40 % unter der Erntemenge des Vorjahres.
Der Anbau von Triticale ist im Jahr 2009 noch weiter zurückgegangen.Triticale wurde in 2009 nur noch auf 6.000 ha angebaut (2008: 8.800 ha). Ursachen dafür sind einerseits die zunehmende Anbauausdehnung von Mais zur Biogasgewinnung gerade auf diesen Flächen, und die Ankündigung des Handels aus 2006, für zu vermarktende Triticale zukünftig nicht mehr den Futterweizenpreis zahlen zu wollen. Die bisher aus der Praxis mitgeteilten Erträge lagen in 2009 über dem Ertragsniveau des Vorjahres. Der geerntete Durchschnittsertrag lag in 2009 bei 73,6 dt/ha, und damit über dem langjährigen Mittel (2003 bis 2008: 68,3 dt/ha).
Sommerweizen nahm im Jahr 2009 mit einer Anbaufläche von 5.129 ha (2008: 1.865 ha) wieder einen etwas höheren Anbauanteil an der Getreidefläche ein. Ursache für die Anbauausdehnung waren widrige Bestellbedingungen im Herbst 2008. Auf die Marsch und die Hohe Geest entfallen etwa 60 % der Anbaufläche, im Östlichen Hügelland stehen knapp 40 % des Sommerweizens in Schleswig-Holstein. Für das Anbaujahr 2010 ist nach derzeitigem Entwicklungsstand mit einem Anbauumfang von nicht mehr als 2 bis 3 Tausend Hektar Sommerweizen zu rechnen.
Die Anbaufläche für Sommergerste wurde im Jahre 2009 gegenüber dem Vorjahr auf 7.242 ha um 7 Tausend Hektar und damit um die Hälfte verringert (2008: 14.337 ha; 2003-2008: 12.708 ha). Im Durchschnitt der Jahre 2003 bis 2008 wurden 47,2 dt/ha Sommergerste geerntet. Mit 54,2 dt/ha (2008: 36,4 dt/ha; 2007: 46,7 dt/ha) lag das Ertragsergebnis 2009 wieder erfreulich hoch, nachdem in 2008 der Sommergerstenertrag trockenheitsbedingt auf historisch niedrigem Niveau und damit auch deutlich unter dem langjährigen Mittel lag.
Rückgang in der Anbaufläche auf unter 10 Tausend Hektar und witterungsbedingt kontinuierlich sinkende Erträge kennzeichneten den Haferanbau seit 2006. Die Anbaufläche für Hafer hatte in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren bis einschließlich 2008 kontinuierlich abgenommen. Einen deutlichen Einbruch gab es auch wieder in 2009 mit nur noch 7 Tausend ha Anbaufläche. Hafer wird auf den leichteren Standorten wegen vergleichsweise geringerer Wirtschaftlichkeit zunehmend durch den Anbau von Mais zur Biogasgewinnung verdrängt. Hinzu kommen witterungsbedingt starke Ertragsschwankungen in den vergangenen Jahren mit zunehmender Anbauunsicherheit.
Vorträge zum Ackerbautag 2010
Download der Vorträge als pdf-Datei:
- Vortrag 1: Sortenwahl und N-Düngung zu Winterweizen – Proteingehalt, N-Bilanzen, Vermarktungsqualität – wie geht das zusammen?
Dr. Ulfried Obenauf, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein
- Vortrag 2, Teil 1: Messsicherheit und Messgenauigkeit des Proteingehaltes von Weizen in der Erfassungspraxis
- Vortrag 2, Teil 2: Messsicherheit und Messgenauigkeit des Proteingehaltes von Weizen in der Erfassungspraxis
Dipl.-Ing. Sabine Botterbrodt, DIGEFA GmbH, Detmold
- Vortrag 3: Ist der Proteingehalt heute noch das geeignete Kriterium zur schnellen Bewertung der Backqualität von Weizen?
Dr. Simone Seling, Max-Rubner-Institut, Detmold
- Vortrag 4: Getreide- und Rapsmarkt aktuell – Aussichten für die Ernte 2010
Bernhard Chilla, AC Toepfer International, Hamburg
- Vortrag 5, Teil 1: Biogasmais und Energiepflanzen auf dem Vormarsch- Konsequenzen für den Acker- und Pflanzenbau in Schleswig-Holstein
Prof. Friedhelm Taube, CAU, Kiel - Vortrag 5, Teil 2: Konsequenzen für den Pflanzenschutz in Schleswig-Holstein
Prof. Klaus Schlüter, FH Rendsburg, Fachbereich Agrarwirtschaft
- Vortrag 6: Nachhaltigkeitsverordnung in der Landwirtschaft – was kommt auf uns zu?
Dr. Norbert Heim, UFOP, Berlin
Pflanzenbauberichte 2009 - Gesamtdokumentationen
Veröffentlichungen 2009 - Artikel und Versuchsergebnisse Getreide
- Hafer (pdf-Datei)
- Sommergerste (pdf-Datei)
- Sommerweizen (pdf-Datei)
- Triticale (pdf-Datei)
- Wintergerste (pdf-Datei)
- Winterroggen (pdf-Datei)
- Winterweizen (pdf-Datei)
Fachartikel
Von: Dr. Ulfried Obenauf, Landwirtschaftskammer
Der Anbau von Triticale stagniert in 2010 mit zirka 6.300 Hektar auf Vorjahresniveau (2009: 6.058 ha). Ursachen für den deutlichen Anbaurückgang in den letzten Jahren sind einerseits die zunehmende Anbauausdehnung von Mais zur...
Von: Dr. Ulfried Obenauf, Landwirtschaftskammer
Bei einer wegen seiner in den vergangenen Jahren zunehmenden wirtschaftlichen Vorzüglichkeit gestiegenen Rapsanbaufläche (2010: 114.000 ha) und einer Wintergerstenanbaufläche zur Ernte 2010 von nur noch zirka 48.000 ha, müssen...
Von: Dr. Ulfried Obenauf, Landwirtschaftskammer
Auf den leichten Böden der Geest (S, lS, ab 25 bis 35 Bodenpunkte) wurde in den vergangenen Jahren auch im Getreidebau zunehmend nach wirtschaftlichen und ausreichend sicheren Anbaualternativen gesucht. Als klassische...
Von: Dr. Ulfried Obenauf, Landwirtschaftskammer
Auf einer Anbaufläche von nur noch 22.000 ha, die sich gegenüber dem Vorjahr um weitere 7.000 ha verringert hat, wurde in 2010 Winterroggen angebaut. Der Trend, dass zunehmend Mais zur Biogasgewinnung den Roggenanbau verdrängt,...
Von: Dr. Ulfried Obenauf, Landwirtschaftskammer
Im Ergebnis der Landessortenversuche werden in jedem Jahr Anbauempfehlungen für die Naturräume Östliches Hügelland, Geest und Marsch als Anbauregionen für Wintergerste in Schleswig-Holstein gegeben. Diese werden durch die...













