Der Getreideanbau in Schleswig-Holstein umfasst in den letzten Jahren deutlich über 300.000 ha in Schleswig-Holstein, davon werden rund 190.000 ha mit Weizen bestellt. Wegen der angestiegenen Weizenpreise wird sich der Winterweizenanbau voraussichtlich in Schleswig-Holstein in den nächsten Jahren weiter erhöhen.
Die wichtigsten Pilzkrankheiten im Winterweizen in Schleswig-Holstein: Grafik (pdf-Datei).
In 2008 war das Krankheitsgeschehen in Schleswig-Holstein wegen der langen Vorsommertrockenheit insgesamt gering.
Unter den Schädlingen sind vor allem die Blattläuse zu nennen, die allerdings je nach Jahreswitterung und dem Auftreten der Gegenspieler von Jahr zu Jahr unterschiedlich stark auftreten. Vor allem auf schweren Böden (Marsch) findet sich gelegentlich ein stärkerer Besatz mit Gallmücken im Weizen, wobei die Orangerote Weizengallmücke überwiegt. Der Befall war vor allem in Nordfriesland Ende der 90er Jahre und von 2000 -2005 stärker ausgeprägt und geht derzeit zurück. Lokal (z.B. auf schweren Böden in Dithmarschen und im Kreis Steinburg) war auch die Sattelmücke in den letzten Jahren stärker vorhanden.
Zweitwichtigste Getreideart ist die Wintergerste mit gut 60.000 ha Anbaufläche in SH. Wichtigste Pilzkrankheiten sind in der Wintergerste in SH Rhynchosporium-Blattflecken, Netzflecken, Zwergrost und Mehltau (letztere Krankheit tritt in der Marsch an der Westküste in Gerste und in Weizen seltener auf). Ramularia ist in Schleswig-Holstein derzeit kein wichtiger Krankheitserreger. Typhula kommt besonders unter Stressbedingungen vor.
Mit Schwerpunkt im Südosten von SH spielt das Gelbmosaikvirus eine Rolle, aber durch entsprechende Sortenwahl kann dem noch begegnet werden. Andere bodenbürtige Viren sind bisher in SH kaum nachgewiesen worden. Der starke Befall mit Gelbverzwergungsvirus in Wintergerste und in Winterweizen, der in SH besonders an der Ostküste in 2007 auftrat, hat sich in diesem Umfang in 2008 nicht wiederholt.
Im Winterroggen (die Anbaufläche umfasste rund 22.000 ha in 2007) spielen vor allem die Pilzkrankheiten Rhynchosporium-Blattflecken, Mehltau (je nach Sorte) und Braunrost eine wichtigere Rolle in SH, Schwarzrost tritt eher selten auf.
Die Anbauflächen von Triticale liegen bei knapp 9.000 ha, Tendenz sinkend. Hier sind derzeit Mehltau und Gelbrost die dominierenden Krankheiten, wobei der Befall stärker von der Sorte abhängig ist.
In den Sommerungen finden sich dieselben Krankheiten wie in den Winterformen, in Hafer ist es in den letzten Jahren stärker als in der Vergangenheit zu Mehltaubefall gekommen.
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